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Mittwoch, 25. Januar 2012

Der alte Christian


Liebe Jubiläumsgäste, wenn Friedrich II. jetzt in den Saal schauen könnte, wäre er wohl zufrieden: passend zur großen Bühne ein großes Publikum! So viele, die sein Leben erforscht, sein Erbe entdeckt, gerettet und gepflegt haben – oft hartnäckig und mit preußischer Hingabe, wie einst der König selbst. Ich glaube, so mancher von Ihnen hier im Saal hätte zu Friedrichs Lebzeiten eine Einladung zur berühmten Tafelrunde erhalten. Weltoffene, belesene und kulturinteressierte Mitstreiter wusste der Monarch besonders zu schätzen.

Und vor allem hätte es ihm gefallen, hier in Berlin als höchsten Repräsentanten des Staats jemanden wie mich auftreten zu sehen. Ja, zwischen dem alten Fritzen und mir gibt es eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten.

Erinnern wir uns: Auch Friedrich heiratete eine Niedersächsin. Sie hieß zwar nicht Christiane, aber immerhin Christine. Er ließ sich zwar nicht von ihr scheiden, aber verlassen und schlecht behandelt hat er sie schon immer wieder.

Friedrich war extrem sparsam, und auch ich muss keineswegs immer in einem Schloss übernachten - jedenfalls nicht im eigenen. Ich begnüge mich gerne mit dem Gästezimmer, wenn ich dadurch mir und dem Staat Ausgaben erspare.

Wir wissen, dass sich Friedrich dafür einsetzte, dass seine Bevölkerung die nahrhafte und gesunde Kartoffel in den Speiseplan aufnahm. Und auch meine Regierung hat weder Kosten noch Mühen gescheut, Kochbücher unter das Volk zu bringen.

Friedrich war sehr musikalisch. Carl Philipp Emanuel Bach wirkte lange an seinen Hof. Und auch bei mir gibt Klaus Meine Lena Meyer-Landrut die Klinke in die Hand.

Der große Preußenkönig hatte in Voltaire einen wunderbaren Ratgeber und väterlichen Freund und auch ich habe von meiner Freundschaft zu dem Schrotthändler Egon Geerkens großartig profitiert, so dass ich mit Stolz und mit Recht sagen kann:

Ich bin der erste Schnorrer meines Staates.


 

 
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last updated: 15.11.13 08:21
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